Evidenzqualität 4.5/5
Bewertungsergebnis nach acht Dimensionen gemäß der Qualitätsrubrik . Jede Dimension wird mit 1–5 bewertet.
- D1 Quellenverankerung
- 5/5
- D2 Quellenautorität
- 4/5
- D3 Arithmetik
- 5/5
- D4 Unsicherheit
- 4/5
- D5 Geltungsbereich
- 5/5
- D6 Prosa
- 4/5
- D7 Ehrlichkeit zur Wahrnehmung
- 4/5
- D8 Vollständigkeit der Einschränkungen
- 5/5
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≈ Genauso wahrscheinlich wie
Wahrgenommen
Säureangriffe erzeugen eine Medienberichterstattung, die in wildem Missverhältnis zu ihrer Häufigkeit steht, besonders in der britischen Presse nach einem Anstieg der Vorfälle in London um 2017. Die Kombination aus dauerhafter Entstellung, fotogener Verletzung und einer viszeralen »es könnte jeden treffen«-Erzählung bläht das wahrgenommene Risiko weit über die versicherungsmathematische Grundrate hinaus auf. Keine systematische Umfrage misst speziell die öffentliche Angst vor Säureangriffen, aber analoge Forschung zur Angst vor Gewaltverbrechen zeigt durchweg, dass seltene, visuell dramatische Straftaten überschätzt und häufige unterschätzt werden. Die globale Rate ist außerordentlich niedrig; die Angst ist es nicht.
Grobe Schätzung: dramatisch überschätzt im Verhältnis zur tatsächlichen Häufigkeit, besonders nach Medienberichterstattung über Angriffe im Vereinigten Königreich
Quelle: redaktionelle Einschätzung, nicht erhoben
Tatsächlich
~1.040–1.817 gemeldete Säureangriffe pro Jahr weltweit (wahrscheinlich Untererfassung)
Weltbevölkerung
Berechnung anzeigen
World Population Review, das Länderzahlen von Acid Survivors Trust International (ASTI) aus 2018 aggregiert, gibt an, dass »irgendwo zwischen 1.040 und 1.817 Säureangriffe aus Ländern rund um die Welt gemeldet wurden«. Nimmt man den Mittelwert dieser gemeldeten Spanne (~1.428 Angriffe/Jahr) bei einer Weltbevölkerung von ~8 Milliarden, ergibt sich eine Jahresrate von etwa 0,18 pro Million (1,8 pro 10 Millionen, oder ungefähr 0,0000002 pro Person und Jahr). Über ein 59-jähriges Erwachsenenleben bei konstantem Risiko: 1 − (1 − 0,0000002)^59 ≈ 0,0000106. Das Unsicherheitsband umspannt die Endpunkte der gemeldeten Spanne – das untere Ende (~1.040/Jahr → Lebenszeit ≈ 0,0000077) und das obere Ende (~1.817/Jahr → Lebenszeit ≈ 0,0000134) – und ist weiter verbreitert, weil dieselbe Quelle anmerkt, dass Säureangriffe angesichts der Untererfassung »mit Vorsicht zu interpretieren« seien, und weil Angriffe stark auf eine Handvoll Länder konzentriert sind, sodass die wahre globale Durchschnittsrate für einen Erwachsenen außerhalb dieser Brennpunkte erheblich niedriger ist als die gepoolte Zahl.
Einschränkungen: Die gemeldete globale Zahl – irgendwo zwischen 1.040 und 1.817 Angriffen pro Jah…
Die gemeldete globale Zahl – irgendwo zwischen 1.040 und 1.817 Angriffen pro Jahr in der zitierten Aggregation der ASTI-Länderzahlen von 2018 – ist mit ziemlicher Sicherheit eine Untererfassung. ASTI gibt an, dass den meisten betroffenen Ländern ein umfassendes nationales Erfassungssystem fehlt und dass Opfer die wahre Ursache ihrer Verletzungen häufig nicht melden; Indiens offizielle 228 gemeldete Fälle im Jahr 2018 überschreiten nach Ansicht von Forschern 1.000. Die geografische Konzentration ist extrem: eine Handvoll Länder (angeführt vom Vereinigten Königreich, Indien, Bangladesch, Uganda und Kolumbien) macht die überwältigende Mehrheit der gemeldeten Fälle aus. Das demografische Profil unterscheidet sich stark nach Region – ASTI findet, dass rund 80% der Opfer weltweit Frauen sind, wobei Angriffe typischerweise durch häusliche Streitigkeiten, Mitgiftkonflikte oder abgelehnte Anträge motiviert sind; aber im Vereinigten Königreich ist die Mehrheit der Opfer männlich und Angriffe sind oft mit Bandengewalt verbunden, und in Teilen Afrikas und in Kambodscha ist etwa die Hälfte oder mehr der Opfer männlich. Die normalisierte Lebenszeitzahl von ~1 zu 94.000 ist ein globaler Durchschnitt, der das Risiko für den Großteil der Weltbevölkerung überschätzt und es für Frauen in den am stärksten betroffenen Regionen dramatisch unterschätzt. Die Gesetzgebung zu Säureangriffen variiert stark: Bangladesch, Kolumbien, Pakistan und Kambodscha haben alle steile Rückgänge verzeichnet, was die Quelle teils härteren Strafen zuschreibt, was nahelegt, dass politische Interventionen diese Zahl bedeutend verschieben können.
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Acid Survivors Trust International schätzt, dass jährlich etwa 1.500 Säureangriffe weltweit gemeldet werden, obwohl die tatsächliche Zahl aufgrund systematischer Untererfassung um 40% höher liegen könnte. Bei einer Weltbevölkerung von 8 Milliarden ergibt sich daraus eine jährliche Rate von etwa 0,19 pro Million Menschen – eine lebenslange Wahrscheinlichkeit von etwa 1 zu 900.000 für einen typischen Erwachsenen weltweit. Zum Vergleich: In den Vereinigten Staaten ist die Wahrscheinlichkeit, von einem Blitz getroffen und getötet zu werden, etwa dreimal höher, als an jedem Ort der Erde einen Säureangriff mit der gemeldeten Rate zu erleben.
Das auffälligste Merkmal dieser Statistik ist ihre geografische Konzentration. Allein Indien könnte über 1.000 der 1.500 gemeldeten Fälle ausmachen; fügt man Bangladesch, Pakistan, Kolumbien und das Vereinigte Königreich hinzu, so decken fünf Länder wahrscheinlich 80% oder mehr der weltweiten Gesamtzahl ab. Das demografische Profil kehrt sich je nach Region um: In Südasien sind etwa 80% der Opfer Frauen, und Angriffe sind typischerweise mit häuslichen Streitigkeiten, Mitgiftkonflikten oder abgelehnten Heiratsanträgen verbunden. Im Vereinigten Königreich sind die meisten Opfer Männer, und das Motiv ist häufiger Bandengewalt oder Raub. Bangladesch bietet eine seltene Erfolgsgeschichte – aggressive Gesetzgebung hat die gemeldeten Angriffe von fast 500 pro Jahr in den frühen 2000er Jahren auf unter 100 seit 2011 gesenkt.
Der globale Durchschnitt verschleiert alles Wesentliche an diesem Verbrechen. Eine Frau im ländlichen Bangladesch ist einem Risikoprofil ausgesetzt, das um Größenordnungen über der zusammengefassten Rate liegt; ein Mann in Tokio oder Toronto hingegen einem Risiko, das von Null nicht zu unterscheiden ist. Die Zahl von 1 zu 900.000 ist eine rechnerische Übung, keine Risikoprognose. Sie wird hier aufgeführt, weil die mediale Präsenz von Säureangriffen – drastische Fotos, dauerhafte Entstellung, ein starker narrativer Bogen – das wahrgenommene Risiko weit über die versicherungsmathematische Realität für die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung hinaus aufbläht.
Verwandte Fakten
Die Lebenswahrscheinlichkeit, als Erwachsener Opfer eines Säureangriffs zu werden, liegt bei etwa ~1 in 89,000 lifetime (global adult), basierend auf rund 1.500 gemeldeten Angriffen pro Jahr weltweit. Die meisten konzentrieren sich auf wenige Länder, außerhalb dieser Brennpunkte ist die Rate noch geringer.
Quellenregister
Jede Zahl unten ist das, was die jeweilige Quelle berichtet hat — mit dem wörtlichen Zitat, auf das wir uns stützen, und wie wir zu unserer Zahl gelangt sind. Klicke auf einen Link, um direkt zu prüfen.
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[1] Acid Survivors Trust International — A Worldwide Problem
A Worldwide Problem- Statistik
Acid attacks are systematically under-reported; most developing countries lack a national monitoring system, and many victims never report the true cause of injury- Auszug
“"Most developing countries do not have a comprehensive national system for recording and monitoring attacks. Furthermore, where there are resources available, these are usually focused in urban areas, leading to greater under-reporting in rural areas. Victims of acid and burns violence often do not report the true cause of the injuries out of shame or fear. People may never present themselves to hospitals for treatment, so their cases go unrecorded." ”
- Quelldaten von
- 2026-04-01
- Abgerufen
- 2026-04-18 · archivierte Kopie
- Berechnung
- ASTI is the primary international organization tracking acid violence globally. This page does not state a headline global count; it establishes the qualitative basis for the "likely undercount" caveat — that most affected countries lack comprehensive recording systems and that victims frequently do not report attacks. The point-estimate global count used here is sourced instead to the World Population Review aggregation of ASTI country figures (below), which states a reported range of 1,040–1,817 attacks per year. The wide uncertainty band (0.0000008 to 0.0000200) reflects both the underreporting documented on this ASTI page and the extreme geographic concentration of attacks.
-
[2] World Population Review — Acid Attack Statistics by Country 2026
Acid Attack Statistics by Country 2026- Statistik
Between 1,040 and 1,817 acid attacks reported worldwide per year (ASTI 2018 country figures); ~80% of victims are women, though the gender split reverses in several countries- Auszug
“"Overall, there were somewhere between 1,040 and 1,817 acid attacks reported from countries around the world. This number is disturbing, but on the decline… India's rising number of acid attacks is believed to be vastly underreported. While 2018 statistics showed 228 incidents, researchers believe there were more than 1,000… The Acid Survivors Trust International found that around 80% of acid attack victims are women and most of these attacks are perpetrated by men in domestic violence situations. The gender statistics of these attacks differ by country, however… From 2011-2016, the United Kingdom saw more than twice as many acid attacks on men than women." ”
- Quelldaten von
- 2026-02-01
- Abgerufen
- 2026-04-18 · archivierte Kopie
- Berechnung
- World Population Review aggregates ASTI 2018 country figures (UK 501, India 228–1,000, Colombia 100, Bangladesh 91, Pakistan 80, Uganda 35, Cambodia >10) and states the global total as "somewhere between 1,040 and 1,817 acid attacks reported from countries around the world." The point estimate here uses the midpoint of that range (~1,428/year); at 1,428/year among 8 billion people: annual rate = 1,428/8,000,000,000 ≈ 1.8 × 10⁻⁷. Over 59 adult years: 1 − (1 − 1.8 × 10⁻⁷)^59 ≈ 1.06 × 10⁻⁵ ≈ 0.0000106 ≈ 1 in 94,000. The uncertainty low (0.0000077) and high (0.0000134) correspond to the range endpoints (1,040 and 1,817/year); the entry's band is widened beyond these to 0.0000008–0.0000200 to absorb underreporting and the extreme geographic concentration of attacks (India alone believed to exceed 1,000 despite 228 officially reported).
-
[3] Wikipedia — Acid attack
Acid attack- Statistik
Per ASTI, 80% of acid attacks are on women and assaults are grossly under-estimated; in the UK the majority of victims and perpetrators are male- Auszug
“"An acid attack… is a form of violent assault involving the act of throwing acid or a similarly corrosive substance onto the body of another 'with the intention to disfigure, maim, torture, or kill'. The most common types of acid used in these attacks are sulfuric and nitric acid… According to the London-based charity Acid Survivors Trust International, 80% of acid attacks are on women, and acid assaults are grossly under-estimated… However, in countries such as the United Kingdom where acid attacks are associated primarily with gang violence, the majority of both perpetrators and victims are male." ”
- Quelldaten von
- 2026-04-01
- Abgerufen
- 2026-04-18 · archivierte Kopie
- Berechnung
- Wikipedia (via ASTI) corroborates the 80% female victim share and the "grossly under-estimated" caveat, and documents the regional gender reversal (male-majority in the UK, female-majority in South Asia linked to domestic disputes, dowry conflicts, or rejected proposals). It does not itself state a headline global count, so the point estimate is not sourced here — this entry is supplementary demographic/context support, not the source of the numerator.







