Evidenzqualität 4.63/5
Bewertungsergebnis nach acht Dimensionen gemäß der Qualitätsrubrik . Jede Dimension wird mit 1–5 bewertet.
- D1 Quellenverankerung
- 5/5
- D2 Quellenautorität
- 4/5
- D3 Arithmetik
- 5/5
- D4 Unsicherheit
- 4/5
- D5 Geltungsbereich
- 5/5
- D6 Prosa
- 5/5
- D7 Ehrlichkeit zur Wahrnehmung
- 4/5
- D8 Vollständigkeit der Einschränkungen
- 5/5
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≈ Genauso wahrscheinlich wie
Wahrgenommen
Ein Fehlurteil ist eines jener Risiken, die intensive Besorgnis auslösen, wenn sie in den Nachrichten auftauchen — eine Entlastungsgeschichte, eine DNA-Umkehr, ein Podcast — und zwischen den Schlagzeilen verblassen. Es gibt keine landesweite Umfrage, die erfasst, wie oft Amerikaner sich Sorgen machen, zu Unrecht verurteilt zu werden, daher lässt sich das wahrgenommene Risiko am besten als eine durch mediale Präsenz geprägte Intuition charakterisieren. Die meisten Menschen schätzen die Fehlerrate auf Nachfrage als »sehr niedrig« ein (deutlich unter 1 %), was sich im Vergleich zur besten verfügbaren Schätzung als optimistisch erweist.
Grobe Schätzung: Die meisten schätzen deutlich unter 1 %
Quelle: redaktionelle Einschätzung, nicht erhoben
Tatsächlich
~4,1 % der zum Tode verurteilten Angeklagten sind unschuldig
US-Angeklagte, die zum Tode verurteilt wurden, 1973–2004
Berechnung anzeigen
Die zentrale Schätzung stammt von Gross et al. (2014, PNAS), die eine Überlebensanalyse auf 7.482 zwischen 1973 und 2004 verhängte Todesurteile anwandten. Davon führten 117 bis Ende 2004 zu einer Entlastung, und das Modell schätzt, dass mindestens 4,1 % (95 % CI: 2,8–5,2 %) entlastet würden, wenn alle Angeklagten unbefristet unter Todesurteil blieben. Dies ist eine Wahrscheinlichkeit pro Verurteilung, keine Lebenszeitwahrscheinlichkeit pro Person, daher ist der scope activity_specific_lifetime. Die Zahl von 4,1 % ist spezifisch für Kapitalfälle, in denen die Nachverurteilungsprüfung ungewöhnlich intensiv ist; für gewöhnliche schwere Straftaten schätzen die meisten Forscher 2–6 %, aber es existiert keine vergleichbar rigorose Studie. Die normalisierte Zahl wird unverändert verwendet, weil die Analyseeinheit eine Verurteilung ist, kein Personenjahr.
Einschränkungen: Die Zahl von 4,1 % gilt speziell für Kapitalfälle, in denen die hohen Einsätze e…
Die Zahl von 4,1 % gilt speziell für Kapitalfälle, in denen die hohen Einsätze eine aussergewöhnliche Nachverurteilungsprüfung antreiben — mehrere Berufungsrunden, die Beteiligung von Innocence-Projekten und DNA-Tests, die die meisten Angeklagten schwerer Straftaten nie erhalten. Für gewöhnliche schwere Straftaten ist die wahre Fehlurteilsrate mit ziemlicher Sicherheit höher als die beobachtete Entlastungsrate (da die meisten Fehlurteile nie entdeckt werden), könnte aber niedriger als 4,1 % sein, wenn der Auswahlprozess in Kapitalfällen ungewöhnlich fehleranfällig ist. Schätzungen für alle schweren Straftaten reichen von etwa 2 % bis 10 %, je nach Methodik und Delikttyp. Die Rate variiert auch nach Deliktkategorie: Fehlurteile konzentrieren sich unverhältnismässig auf Mord- und Sexualdeliktfälle, in denen Augenzeugen-Fehlidentifikation und forensische Fehler am folgenreichsten sind. Die Zahl sollte nicht als »4,1 % der Menschen im Gefängnis sind unschuldig« gelesen werden — das ist eine verwandte, aber eigenständige Frage mit einem anderen Nenner.
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Die beste verfügbare Schätzung der Rate von Fehlurteilen in den Vereinigten Staaten stammt aus einer PNAS-Studie von 2014 von Gross, O’Brien, Hu und Kennedy, die Überlebensanalyse auf jedes zwischen 1973 und 2004 verhängte Todesurteil anwandten — insgesamt 7.482 Fälle. Ihre Schlussfolgerung: Wenn alle zum Tode verurteilten Angeklagten unbefristet unter Überprüfung blieben, würden mindestens 4,1% schliesslich entlastet (95% CI: 2,8–5,2%). Das ist ungefähr 1 von 24 Kapitalverurteilungen. Zur Einordnung: Wenn diese Rate auf die rund 1,9 Millionen derzeit in den USA inhaftierten Personen zuträfe, würde sie auf die Grössenordnung von 78.000 unschuldigen Menschen hinter Gittern hindeuten.
Die Zahl ist zugleich robust und eng gefasst. Sie ist robust, weil sie formale Überlebensmodellierung verwendet statt roher Entlastungszahlen, die die wahre Rate unterschätzen, indem sie Fehlurteile ignorieren, die nie entdeckt werden. Sie ist eng gefasst, weil sie nur für Kapitalfälle gilt, in denen Angeklagte weit mehr Nachverurteilungsprüfung erhalten als gewöhnliche Straftäter. Das National Registry of Exonerations, das seit 1989 3.698 Fälle katalogisiert hat, bestätigt, dass die Maschinerie der Entlastung langsam und selektiv ist: die durchschnittlich entlastete Person im Jahr 2024 verbrachte 13,5 Jahre im Gefängnis, bevor sie freigesprochen wurde. Die meisten Fehlurteile produzieren niemals eine Entlastung.
Ob die 4,1%-Zahl über den Todestrakt hinaus verallgemeinert werden kann, ist die zentrale offene Frage. Einige Forscher schätzen 2–6% für alle schweren Straftaten; andere argumentieren, die Rate variiere stark nach Delikttyp, wobei Fälle von sexuellem Übergriff und Mord (wo Augenzeugen-Fehlidentifikation und fehlerhafte Forensik am folgenreichsten sind) deutlich über Eigentumsdelikten liegen. Die hier genannte Zahl ist am besten als gut abgesicherte Untergrenze dafür zu lesen, wie oft das System bei seinen folgenreichsten Entscheidungen irrt — nicht als universelle Fehlerrate und nicht als Zahl, die ein einzelner Angeklagter in eine persönliche Risikokalkulation einstecken kann.
Verwandte Fakten
Die beste Schätzung beziffert die Quote der Fehlurteile unter US-Todesurteilen auf ~4,1%, also rund 1 von 24. Die meisten tippen weit unter 1%, die Intuition ist hier also eher zu optimistisch als paranoid.
Quellenregister
Jede Zahl unten ist das, was die jeweilige Quelle berichtet hat — mit dem wörtlichen Zitat, auf das wir uns stützen, und wie wir zu unserer Zahl gelangt sind. Klicke auf einen Link, um direkt zu prüfen.
-
[1] Proceedings of the National Academy of Sciences — Rate of false conviction of criminal defendants who are sentenced to death
Rate of false conviction of criminal defendants who are sentenced to death- Statistik
4.1% estimated false conviction rate among US death-sentenced defendants, 1973–2004 (95% CI: 2.8–5.2%)- Auszug
“"We use survival analysis to model this effect, and estimate that if all death-sentenced defendants remained under sentence of death indefinitely, at least 4.1% would be exonerated. We conclude that this is a conservative estimate of the proportion of false conviction among death sentences in the United States." ”
- Quelldaten von
- 2014-04-28
- Abgerufen
- 2026-04-12 · archivierte Kopie
- Berechnung
- Gross et al. applied Kaplan-Meier survival analysis to 7,482 death sentences (1973–2004), identifying 117 exonerations. The 4.1% figure accounts for censoring (defendants removed from death row before exoneration could occur). The 95% CI of 2.8–5.2% is used directly as the uncertainty band, widened to 6% at the high end to account for the possibility that non-capital felonies have similar or higher base rates with less post-conviction scrutiny.
- Unabhängigkeit
- This is the only peer-reviewed study using formal survival analysis to estimate wrongful conviction rates. The National Registry of Exonerations provides independent case-level corroboration but uses a different methodology (cumulative count, not modeled rate).
-
[2] University of Michigan Law School / Michigan State University — National Registry of Exonerations — About
National Registry of Exonerations — About- Statistik
3,698 known exonerations in the US since 1989 (as of mid-2025); 147 exonerations recorded in 2024- Auszug
“"The National Registry of Exonerations provides detailed information about every known exoneration in the United States since 1989. As of June 2025, the Registry lists 3,698 exonerations." ”
- Quelldaten von
- 2025-06-28
- Abgerufen
- 2026-04-12 · archivierte Kopie
- Berechnung
- The Registry is a case-level database, not a rate estimate. It records known exonerations but cannot estimate the denominator (total convictions) or the number of wrongful convictions that were never discovered. The 147 exonerations in 2024, with an average of 13.5 years of wrongful imprisonment each, illustrate the scale but do not yield a rate. Used here as corroborating evidence for the Gross et al. estimate, not as a competing figure.
- Unabhängigkeit
- The Registry is maintained by the University of Michigan and Michigan State, independently of the Gross et al. PNAS study, though Gross is a co-founder of both. The data pipelines are distinct: the PNAS study uses survival modeling on a closed 1973–2004 cohort, while the Registry is an ongoing, open-ended case collection.







