Evidenzqualität 4.75/5
Bewertungsergebnis nach acht Dimensionen gemäß der Qualitätsrubrik . Jede Dimension wird mit 1–5 bewertet.
- D1 Quellenverankerung
- 5/5
- D2 Quellenautorität
- 5/5
- D3 Arithmetik
- 5/5
- D4 Unsicherheit
- 5/5
- D5 Geltungsbereich
- 5/5
- D6 Prosa
- 5/5
- D7 Ehrlichkeit zur Wahrnehmung
- 3/5
- D8 Vollständigkeit der Einschränkungen
- 5/5
≈ Genauso wahrscheinlich wie
Wahrgenommen
Asteroideneinschläge nehmen einen eigenartigen Platz in der öffentlichen Vorstellung ein: gleichzeitig als Science-Fiction abgetan und als existenzielle Bedrohung angeführt. Keine rigorose Bevölkerungsumfrage erfasst, wie oft sich Amerikaner speziell um Asteroideneinschläge sorgen, aber Asteroideneinschlag-Szenarien erzeugen zuverlässig übermässige Medienberichterstattung, wann immer ein neu entdecktes erdnahes Objekt sich stark annähert. Das Ergebnis ist ein verfügbarkeitsgetriebenes Gefühl, dass das Risiko entweder null oder katastrophal ist, mit wenig Mittelweg.
Grobe Schätzung: ~1 zu 10.000 im Laufe des Lebens erscheint vielen plausibel, die sich an die Dinosaurier-Analogie erinnern
Quelle: redaktionelle Einschätzung, nicht erhoben
Tatsächlich
~100 erwartete Todesfälle pro Jahr weltweit (statistischer Durchschnitt)
Weltbevölkerung, alle Altersgruppen, statistische Erwartung über geologische Zeiträume
Berechnung anzeigen
Schätzungen nach Spaceguard beziffern die annualisierten erwarteten Todesfälle durch Asteroiden- und Kometeneinschläge auf grob 100 pro Jahr weltweit, herunter von der Zahl von ~1.000/Jahr, die Chapman & Morrison 1994 verwendeten, weil der Survey den statistischen Beitrag der meisten zivilisationsbeendenden Einschlagskörper (≥1 km) ausser Betracht genommen hat. Jährliches individuelles Risiko: 100 / 8 × 10⁹ ≈ 1,25 × 10⁻⁸. Über 59 verbleibende Erwachsenenjahre kumuliert: 1 − (1 − 1,25 × 10⁻⁸)⁵⁹ ≈ 7,4 × 10⁻⁷. Dies ist eine statistische Erwartung, geglättet über Millionen von Jahren; in jedem gegebenen Jahrhundert wird die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Einschlags von einem einzigen Ereignis mit geringer Wahrscheinlichkeit und hoher Opferzahl dominiert.
Einschränkungen: Die »Lebenszeitwahrscheinlichkeit«, durch einen Asteroideneinschlag zu sterben, …
Die »Lebenszeitwahrscheinlichkeit«, durch einen Asteroideneinschlag zu sterben, ist eine statistische Fiktion auf eine Weise, wie es die meisten anderen Einträge auf dieser Seite nicht sind. Fast alle erwarteten Todesfälle stammen aus einer einzigen Ereignisklasse — ein grosser (≥140 m) Einschlagskörper, der ein besiedeltes Gebiet trifft oder eine globale Katastrophe auslöst — die in der aufgezeichneten Geschichte nicht vorgekommen ist. Die annualisierte Zahl von ~100 erwarteten Todesfällen pro Jahr ist der Quotient aus Milliarden potenzieller Opfer geteilt durch Millionen Jahre zwischen den Ereignissen. In jeder gegebenen menschlichen Lebenszeit ist die tatsächliche Wahrscheinlichkeit überwältigend entweder null (kein Einschlag tritt ein) oder katastrophal hoch (einer tritt ein). Das Unsicherheitsband erstreckt sich über mehr als eine Grössenordnung, weil die Restpopulation unentdeckter Objekte unter 140 m schlecht eingegrenzt ist und weil Opferschätzungen für Ozeaneinschläge (Tsunami-Entstehung) je nach Modellierungsannahmen um Faktoren von 10–100 variieren.
Verwandte Risiken
Andere Risiken zu ähnlichen Themen — zum Erkunden verwandter Ängste.
Sonnensturm der Carrington-Klasse
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein katastrophaler Sonnensturm die Erde trifft?
Supervulkanausbruch
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Supervulkanausbruchs in Ihrem Leben?
AMOC-Kollaps
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die AMOC vor dem Ende Ihrer Lebenszeit abrupt zusammenbricht?
Schneesturmtod
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, in einem schweren Wintersturm oder Schneesturm zu sterben?
Klimawandel-Todesfälle
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen des Klimawandels zu sterben?
Tod durch Hungersnot
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an dürrebedingter Hungersnot oder Wasserknappheit zu sterben?
Vergleichsrisiko wählen
Die Wahrscheinlichkeit, durch einen Asteroiden- oder Kometeneinschlag zu sterben, ist eine der kontraintuitivsten Zahlen in der Risikoanalyse. Chapman und Morrisons bahnbrechende Arbeit in Nature von 1994 schätzte grob 1 zu 6.000 über eine 50-jährige Lebenszeit — höher als die Wahrscheinlichkeit, bei einem Flugzeugabsturz zu sterben. Diese Zahl ging jedoch dem Spaceguard Survey voraus, der seitdem über 95% der erdnahen Asteroiden von 1 km und grösser katalogisiert hat. Keiner davon hat eine nennenswerte Chance, die Erde im nächsten Jahrhundert zu treffen. Die erwartete Todeszahl nach dem Survey sinkt auf etwa 100 Todesfälle pro Jahr weltweit, was ein individuelles Lebensrisiko von ungefähr 1 zu 1.350.000 ergibt.
Die Arithmetik hinter diesen Zahlen ist ungewöhnlich. Anders als Autounfälle oder Blitzschläge, die regelmässig kleine Zahlen von Menschen töten, werden Asteroiden-Todesfälle von extrem seltenen, extrem verlustreichen Ereignissen dominiert. Ein 1-km-Einschlag auf Land könnte Hunderte Millionen töten; ein 10-km-Einschlag würde die Zivilisation bedrohen. Mittelt man diese Opferzahlen über die Millionen Jahre zwischen solchen Ereignissen, ergibt sich eine bescheiden klingende jährliche Erwartung. Aber in jedem gegebenen Jahrhundert ist das realisierte Ergebnis fast sicher null Tote — oder eine Katastrophe. Der “Durchschnitt” ist im versicherungsmathematischen Sinne real und im erfahrungsbezogenen bedeutungslos.
Rumpf et al. (2017) verfeinerten die Opfermodellierung für kleinere Einschlagskörper (50–400 m) und stellten fest, dass Druckwellen und Überdruck-Schockwellen — nicht der Feuerball oder Krater — die dominanten Tötungsmechanismen bei Landeinschlägen sind. Tsunamis durch Ozeaneinschläge fügen weitere Unsicherheit hinzu; Modellierer sind sich um eine Grössenordnung uneinig, wie effizient ein Einschlag im offenen Ozean in Küstenopfer umgesetzt wird. NASAs CNEOS-Sentry-System sucht kontinuierlich nach potenziellen Einschlagsobjekten, und die DART-Mission demonstrierte 2022 kinetische Ablenkung — das Risiko wird also nicht nur beobachtet, sondern aktiv gemanagt, eine Unterscheidung, die kein anderer Eintrag auf dieser Seite beanspruchen kann.
Die praktische Erkenntnis ist einfach: Asteroideneinschlag ist eine reale, aber ausserordentlich seltene Gefahr, vergleichbar im annualisierten Risiko mit Blitzschlag und weit unter alltäglichen Transportgefahren. Der Grund für die überproportionale Aufmerksamkeit ist nicht Irrationalität — ein ungebremster grosser Einschlag wäre eine der schlimmsten Katastrophen der Menschheitsgeschichte — sondern die Schwierigkeit des Gehirns, “unglaublich unwahrscheinlich” von “unmöglich” zu unterscheiden.
Verwandte Fakten
Lebenszeit-Wahrscheinlichkeit, durch Blitz zu sterben: ~1 zu 138.849. Durch Asteroideneinschlag: ~1 zu 1.600.000. Blitz ist etwa 12-mal wahrscheinlicher. Keines rechtfertigt Sorge, aber nur eines gibt der NASA ein Budget.
Quellenregister
Jede Zahl unten ist das, was die jeweilige Quelle berichtet hat — mit dem wörtlichen Zitat, auf das wir uns stützen, und wie wir zu unserer Zahl gelangt sind. Klicke auf einen Link, um direkt zu prüfen.
1/4 Quellen unabhängig wortwörtlich mit der zitierten Quelle abgeglichen
-
[1] Nature — Impacts on the Earth by asteroids and comets: assessing the hazard
Impacts on the Earth by asteroids and comets: assessing the hazard- Statistik
Individual lifetime risk of ~1 in 6,000 over 50 years (pre-Spaceguard, including civilization-ending impacts)- Auszug
“"There is a 1-in-10,000 chance that a large (~2-km diameter) asteroid or comet will collide with the Earth during the next century, disrupting the ecosphere and killing a large fraction of the world's population." ”
- Quelldaten von
- 1994-01-06
- Abgerufen
- 2026-04-12 · archivierte Kopie
- Berechnung
- Chapman & Morrison 1994 estimated ~1,000 expected fatalities per year globally from all NEO sizes, yielding a 50-year individual risk of roughly 1 in 6,000. This was a pre-Spaceguard estimate that included the full statistical contribution of rare civilization-ending impacts (≥1 km). Subsequent survey work has retired most of that contribution; the revised post-Spaceguard expectation is ~100 fatalities/yr, which reduces the lifetime figure by roughly an order of magnitude.
- Unabhängigkeit
- Chapman & Morrison's framework is the foundational risk assessment; later estimates by Stokes et al. (2003) and Rumpf et al. (2017) use independent impact-physics models and updated NEO population surveys but build on the same probabilistic approach.
-
[2] NASA Center for Near Earth Object Studies — Sentry: Earth Impact Monitoring
Sentry: Earth Impact Monitoring- Statistik
No known large NEO has any significant probability of impacting Earth in the next 100 years; 95%+ of 1 km+ NEOs catalogued- Auszug
“"Sentry is a highly automated collision monitoring system that continually scans the most current asteroid catalog for possibilities of future impact with Earth over the next 100 years." ”
- Quelldaten von
- 2025-12-31
- Abgerufen
- 2026-04-12 · archivierte Kopie
- Berechnung
- NASA CNEOS Sentry continuously monitors all catalogued NEOs. As of 2025, approximately 95% of near-Earth asteroids 1 km and larger have been discovered, and none has a significant impact probability in the next century. The residual risk comes almost entirely from undiscovered objects below 140 m. The post-survey annualized fatality expectation of ~100/yr globally (down from ~1,000/yr) reflects this retired risk. Individual annual risk: 100 / 8 × 10⁹ ≈ 1.25 × 10⁻⁸. Over 59 adult years: 1 − (1 − 1.25 × 10⁻⁸)⁵⁹ ≈ 7.4 × 10⁻⁷ ≈ 1 in 1,350,000.
- Unabhängigkeit
- CNEOS Sentry is an operational monitoring system tracking real NEOs with radar and optical astrometry. Its data are independent of the statistical population models used by Chapman & Morrison and Rumpf et al.
-
[3] Geophysical Research Letters — Asteroid impact effects and their immediate hazards for human populations
Asteroid impact effects and their immediate hazards for human populations- Statistik
Wind blast and overpressure are the dominant casualty mechanisms for land impacts of 50–400 m asteroids- Auszug
“"We find that wind blast is the most dangerous impact effect, followed by pressure shock wave and thermal radiation. These three effects account for the vast majority of casualties." ”
- Quelldaten von
- 2017-04-19
- Abgerufen
- 2026-04-12 · archivierte Kopie
- Berechnung
- Rumpf et al. 2017 extended casualty modeling to smaller impactor sizes than Chapman & Morrison considered, using high-fidelity impact-physics simulations. Their per-impactor casualty estimates are broadly consistent with earlier work but refine the hazard allocation across effects. The headline lifetime probability we use derives from the post-Spaceguard annualized expectation (~100 fatalities/yr) rather than from Rumpf's per-event figures directly, but Rumpf's work validates the casualty-per-impact assumptions underlying that expectation.
- Unabhängigkeit
- Rumpf et al. use independent impact-physics and population-exposure models distinct from both Chapman & Morrison's analytical approach and CNEOS's orbit-monitoring system.
-
[4] NASA — NASA Confirms DART Mission Impact Changed Asteroid's Motion in Space Verifiziert
NASA Confirms DART Mission Impact Changed Asteroid's Motion in Space- Statistik
DART's kinetic impact on Dimorphos on September 26, 2022 shortened its orbital period around Didymos by roughly 32-33 minutes, exceeding the mission's minimum-success benchmark by more than 25 times- Auszug
“"This marks humanity's first time purposely changing the motion of a celestial object and the first full-scale demonstration of asteroid deflection technology." ”
- Quelldaten von
- 2022-10-11
- Abgerufen
- 2026-07-03 · archivierte Kopie
- Verifizierung
- Der Auszug wurde bei unserer Grounding-Prüfung unabhängig erneut abgerufen und Wort für Wort mit der zitierten Quelle abgeglichen.
- Berechnung
- Cited to support the body's claim that asteroid risk is "actively managed," not merely observed via CNEOS Sentry monitoring. DART does not change the headline probability estimate, which is derived from the annualized ~100 fatalities/yr figure documented in the Chapman & Morrison, CNEOS, and Rumpf et al. sources above.
- Unabhängigkeit
- An operational deflection demonstration, independent of the statistical hazard models (Chapman & Morrison, Rumpf et al.) and the discovery/monitoring system (CNEOS Sentry) already cited in this entry.







