Evidenzqualität 4.5/5
Bewertungsergebnis nach acht Dimensionen gemäß der Qualitätsrubrik . Jede Dimension wird mit 1–5 bewertet.
- D1 Quellenverankerung
- 5/5
- D2 Quellenautorität
- 5/5
- D3 Arithmetik
- 4/5
- D4 Unsicherheit
- 4/5
- D5 Geltungsbereich
- 4/5
- D6 Prosa
- 5/5
- D7 Ehrlichkeit zur Wahrnehmung
- 4/5
- D8 Vollständigkeit der Einschränkungen
- 5/5
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Wahrgenommen
Medizinische Fehler nehmen einen ungewöhnlichen Platz in der öffentlichen Risikowahrnehmung ein: Die meisten Menschen unterschätzen ihre Häufigkeit erheblich. Anders als Flugzeugabstürze oder Haiangriffe fehlt Krankenhausfehlern ein anschaulicher Medienarchetyp — sie geschehen hinter verschlossenen Türen, werden selten auf Todesurkunden kodiert und sind über Millionen von Kontakten verteilt. Gallup-Umfragen zum Vertrauen in das Gesundheitswesen zeigen, dass Amerikaner zwar allgemeines Vertrauen in ihre Ärzte äußern, aber nur wenige medizinische Fehler spontan zu den führenden Todesursachen zählen. Die BMJ-Arbeit von Makary & Daniel aus dem Jahr 2016, die medizinische Fehler als »dritthäufigste Todesursache« neu positionierte, erzeugte breite Medienaufmerksamkeit, gerade weil sie der öffentlichen Intuition widersprach.
Grobe Schätzung: ~1 zu 10.000 bis 1 zu 100.000 im Laufe des Lebens fühlt sich für die meisten Menschen ungefähr richtig an
Quelle: redaktionelle Einschätzung, nicht erhoben
Tatsächlich
~250.000 Todesfälle pro Jahr durch medizinische Fehler in den USA
US-Erwachsene, die medizinische Versorgung erhalten (~330 Millionen Bevölkerung, ~3,09 Millionen Todesfälle pro Jahr)
Berechnung anzeigen
Makary & Daniel (2016, BMJ) schätzten ~251.454 Todesfälle pro Jahr durch medizinische Fehler, hochgerechnet aus Studien über vermeidbare unerwünschte Ereignisse in Krankenhäusern. James (2013, Journal of Patient Safety) schätzte 210.000-440.000. Das »To Err Is Human« des Institute of Medicine von 1999 verwendete die niedrigere Zahl von 44.000-98.000. Die zentrale Schätzung von ~250.000 ist die am häufigsten zitierte Zahl. Gegenüber ~3,09 Millionen gesamten US-Todesfällen pro Jahr (CDC 2023) würden medizinische Fehler etwa 8,1 % aller Todesfälle ausmachen. Da jeder genau einmal stirbt, entspricht dies einer Lebenszeitwahrscheinlichkeit von etwa 8,5 %, dass der letztendliche Tod einer Person (ganz oder teilweise) auf einen vermeidbaren medizinischen Fehler zurückzuführen ist. Das Unsicherheitsband ist breit, weil: (1) die Definition von »medizinischem Fehler« über Studien hinweg variiert, (2) die Makary-Zahl eine Hochrechnung aus einer kleinen Anzahl von Studien ist, keine direkte Zählung, und (3) viele Fehler zum Tod beitragen, ohne die alleinige Ursache zu sein. Berechnung: 250.000 / 3.090.000 ≈ 0,081; leicht nach oben angepasst auf 0,085, um Fehler in ambulanten und nicht-krankenhausbezogenen Umgebungen zu berücksichtigen, die in den krankenhausfokussierten Studien nicht erfasst werden.
Einschränkungen: Die Schlagzeilenzahl von ~250.000 Todesfällen pro Jahr ist eine Hochrechnung, ke…
Die Schlagzeilenzahl von ~250.000 Todesfällen pro Jahr ist eine Hochrechnung, keine direkte Zählung. Medizinische Fehler werden nicht auf Todesurkunden aufgeführt, und kein Überwachungssystem erfasst sie direkt. Die Schätzung von Makary & Daniel wurde aus methodischen Gründen kritisiert: Sie wendet Raten unerwünschter Ereignisse aus kleinen, hochakuten Stichproben auf die gesamte hospitalisierte Bevölkerung an und zählt Fälle, in denen ein Fehler zum Tod »beigetragen hat«, statt Fälle, in denen der Fehler die unmittelbare Ursache war. Die ursprüngliche IOM-Schätzung von 1999 war 3-5× niedriger. Die hier verwendete Betrachtung der »Lebenszeitwahrscheinlichkeit« ist ungewöhnlich — sie fragt, welcher Anteil aller Todesfälle einen vermeidbaren Fehler beinhaltet, was nicht dasselbe ist wie die Frage »Wie hoch ist mein Risiko, bei meinem nächsten Krankenhausbesuch durch einen medizinischen Fehler getötet zu werden?«. Das Risiko pro Kontakt ist viel niedriger. Leser sollten auch beachten, dass das Gesundheitswesen gleichzeitig weit mehr Todesfälle verhindert, als es durch Fehler verursacht; der Nettoeffekt der medizinischen Versorgung auf die Lebenserwartung ist überwältigend positiv.
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Die BMJ-Analyse von Makary und Daniel aus dem Jahr 2016 schätzte, dass jährlich etwa 250.000 Amerikaner an vermeidbaren medizinischen Fehlern sterben – eine Zahl, die dies zur dritthäufigsten Todesursache nach Herzkrankheiten und Krebs machen würde. Im Vergleich zu jährlich ~3,09 Millionen Todesfällen in den USA bedeutet dies, dass etwa 8,5 % aller Todesfälle auf einen vermeidbaren medizinischen Fehler zurückzuführen sind, oder grob 1 zu 12 im Laufe eines Lebens. Zum Vergleich: Die lebenslange Wahrscheinlichkeit, bei einem Autounfall zu sterben, liegt bei etwa 1 zu 112 – eine Größenordnung niedriger.
Die Zahl ist umstritten, gerade weil sie so hoch und so unsichtbar ist. Medizinische Fehler erscheinen nicht auf Todesurkunden, werden von keinem nationalen Überwachungssystem erfasst und sind über Millionen routinemäßiger Gesundheitskontakte verteilt, anstatt sich in dramatischen Einzelereignissen zu konzentrieren. Das Ergebnis ist ein Risiko, das die meisten Menschen radikal unterschätzen. Der IOM-Bericht „To Err Is Human“ von 1999 bezifferte die Zahl auf 44.000–98.000; James (2013) erhöhte sie auf 210.000–440.000. Die Meinungsverschiedenheit betrifft weniger die Frage, ob Fehler Menschen töten, als vielmehr, wie weit der Begriff „Fehler“ zu definieren ist und wie die Kausalität zuzuordnen ist, wenn ein Patient mit mehreren Komorbiditäten nach einer vermeidbaren Komplikation stirbt.
Wo die Schlagzeilenzahl irreführt: Sie behandelt „zum Tod beigetragen“ und „Tod verursacht“ als gleichwertig, was die Zählung aufbläht. Sie extrapoliert von kleinen, hochakuten Krankenhausstichproben auf alle Krankenhausaufenthalte. Und die lebenslange Formulierung „1 zu 12“ verschleiert den Nenner pro Begegnung – bei etwa 36 Millionen Krankenhausaufenthalten pro Jahr liegt die Sterblichkeitsrate durch Fehler pro Aufnahme näher bei 1 zu 140. Das Risiko ist auch ungleich verteilt: ältere Patienten, die sich komplexen Operationen unterziehen, sind einem Vielfachen des Durchschnitts ausgesetzt, während ein gesunder Erwachsener, der eine ambulante Klinik besucht, nur einem Bruchteil davon ausgesetzt ist.
Verwandte Fakten
Etwa 1 von 12 Todesfällen in den USA wird auf Behandlungsfehler zurückgeführt, gestützt auf die meistzitierte Schätzung von rund 250,000 solcher Todesfälle pro Jahr. Die meisten Menschen setzen ihr Lebensrisiko viel niedriger an, auch weil Fehler selten auf Totenscheinen erscheinen.
Quellenregister
Jede Zahl unten ist das, was die jeweilige Quelle berichtet hat — mit dem wörtlichen Zitat, auf das wir uns stützen, und wie wir zu unserer Zahl gelangt sind. Klicke auf einen Link, um direkt zu prüfen.
2/4 Quellen unabhängig wortwörtlich mit der zitierten Quelle abgeglichen
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[1] BMJ (British Medical Journal) — Medical error—the third leading cause of death in the US
Medical error—the third leading cause of death in the US- Statistik
An estimated 251,454 deaths per year in the US stem from medical error, making it the third leading cause of death behind heart disease and cancer- Auszug
“"Based on a total of 35,416,020 hospitalizations, the researchers calculated that 251,454 deaths stemmed from medical error, translating to 9.5 percent of all deaths each year in the U.S." ”
- Quelldaten von
- 2016-05-03
- Abgerufen
- 2026-04-18 · archivierte Kopie
- Berechnung
- Makary & Daniel extrapolated from four studies (Healthgrades 2004, OIG 2010, AHRQ 2008, Landrigan 2010) that measured preventable adverse event rates in hospitalized patients. They applied these rates to total US hospitalizations (~35.4 million/year) to estimate ~251,000 deaths. This is not a direct count — it is a modeled extrapolation. The figure has been criticized for conflating "contributed to death" with "caused death" and for applying rates from high-acuity samples to all hospitalizations. Nevertheless, it remains the most widely cited estimate and was published in a major peer-reviewed journal. Native rate: 251,454 / 3,090,000 total US deaths ≈ 0.081. Lifetime interpretation: ~8.5% probability that any given US adult's death will involve a preventable medical error.
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[2] Journal of Patient Safety — A New, Evidence-based Estimate of Patient Harms Associated with Hospital Care
A New, Evidence-based Estimate of Patient Harms Associated with Hospital Care- Statistik
Between 210,000 and 440,000 patients per year suffer some type of preventable harm that contributes to their death in hospitals- Auszug
“"Using a weighted average of the 4 studies, a lower limit of 210,000 deaths per year was associated with preventable harm in hospitals. Given limitations in the search capability of the Global Trigger Tool and the incompleteness of medical records on which the Tool depends, the true number of premature deaths associated with preventable harm to patients was estimated at more than 400,000 per year." ”
- Quelldaten von
- 2013-09-01
- Abgerufen
- 2026-04-18 · archivierte Kopie
- Berechnung
- James (2013) used the Global Trigger Tool methodology across four studies to estimate preventable hospital deaths. His upper bound of 440,000 is substantially higher than Makary's 251,000 and reflects broader inclusion criteria. The lower bound of 210,000 aligns more closely with Makary. This range (210,000-440,000) drives the uncertainty band: 210,000/3,090,000 ≈ 0.068 at the low end; 440,000/3,090,000 ≈ 0.142 at the high end. The central estimate of 250,000 sits near the lower bound of James's range and the central estimate of Makary's.
- Unabhängigkeit
- James's study uses different underlying data (Global Trigger Tool reviews) from Makary & Daniel's extrapolation approach. The two estimates converge on a similar order of magnitude through independent methodologies.
-
[3] World Health Organization — Patient Safety Fact Sheet Verifiziert
Patient Safety Fact Sheet- Statistik
1 in every 10 patients is harmed in health care; more than 3 million deaths occur annually due to unsafe care globally- Auszug
“"Around 1 in every 10 patients is harmed in health care and more than 3 million deaths occur annually due to unsafe care. The risk of patient death occurring due to a preventable medical accident while receiving health care is estimated to be 1 in 300." ”
- Quelldaten von
- 2023-09-01
- Abgerufen
- 2026-04-18 · archivierte Kopie
- Verifizierung
- Der Auszug wurde bei unserer Grounding-Prüfung unabhängig erneut abgerufen und Wort für Wort mit der zitierten Quelle abgeglichen.
- Berechnung
- WHO's global figure of 3 million deaths from unsafe care is broadly consistent with the US estimate when scaled by population. The US (~330 million) is roughly 4% of the global population (~8 billion); 4% of 3 million = 120,000, which is lower than the US estimates but reflects lower healthcare utilization intensity in many countries. The WHO's "1 in 300" per-encounter risk figure is not directly comparable to the lifetime figure used here but provides independent corroboration that medical error is a major cause of preventable death.
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[4] Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) — Measuring and Responding to Deaths From Medical Errors Verifiziert
Measuring and Responding to Deaths From Medical Errors- Statistik
Estimates range from 44,000-98,000 (IOM 1999) to 250,000+ (Makary 2016); measurement remains contested- Auszug
“"Estimates of the population toll of deaths from medical error are extrapolations from individual studies in which there were very few deaths. While there is general consensus about the frequency of preventable harm in hospitals, the number of deaths that directly results from these preventable adverse events is controversial." ”
- Quelldaten von
- 2023-01-15
- Abgerufen
- 2026-04-18 · archivierte Kopie
- Verifizierung
- Der Auszug wurde bei unserer Grounding-Prüfung unabhängig erneut abgerufen und Wort für Wort mit der zitierten Quelle abgeglichen.
- Berechnung
- AHRQ's PSNet perspective explicitly acknowledges the measurement controversy. The IOM's original 1999 estimate (44,000-98,000) would yield a lifetime fraction of 1.4%-3.2% — still substantial but much lower than the Makary/James estimates. The AHRQ commentary does not endorse a specific number but notes "general consensus about the frequency of preventable harm." This entry uses the Makary figure as the central estimate because it is the most widely cited in the peer-reviewed literature, while the uncertainty band (1.5%-14%) spans from the IOM lower bound to the James upper bound.







