Evidenzqualität 4.88/5
Bewertungsergebnis nach acht Dimensionen gemäß der Qualitätsrubrik . Jede Dimension wird mit 1–5 bewertet.
- D1 Quellenverankerung
- 5/5
- D2 Quellenautorität
- 5/5
- D3 Arithmetik
- 5/5
- D4 Unsicherheit
- 5/5
- D5 Geltungsbereich
- 5/5
- D6 Prosa
- 5/5
- D7 Ehrlichkeit zur Wahrnehmung
- 4/5
- D8 Vollständigkeit der Einschränkungen
- 5/5
≈ Genauso wahrscheinlich wie
Wahrgenommen
Sonnenstürme sitzen in einer eigentümlichen Wahrnehmungslücke. Die meisten Erwachsenen haben den Begriff »Carrington-Ereignis« noch nie gehört und können keine einzige Folge des Weltraumwetters jenseits schöner Polarlichter nennen. Unter denen, die dem Konzept begegnet sind — typischerweise durch Wissenschaftsjournalismus oder Katastrophenvorsorge-Gemeinschaften —, schwankt die Darstellung zwischen »überfällige Katastrophe« und »etwas, das die NASA handhabt«. Keine größere Umfrage erfasst die öffentliche Sorge speziell über geomagnetische Stürme, aber das nahezu vollständige Fehlen des Themas aus dem alltäglichen Risikogespräch legt nahe, dass die meisten Menschen die Wahrscheinlichkeit implizit auf null oder nahe null einschätzen.
Grobe Schätzung: Die meisten Erwachsenen haben kein mentales Modell; diejenigen, die eines haben, schätzen oft »vernachlässigbar«
Quelle: redaktionelle Einschätzung, nicht erhoben
Tatsächlich
~12 % pro Jahrzehnt für einen geomagnetischen Sturm der Carrington-Klasse (Riley 2012)
Erde, Ereignis der Carrington-Klasse (Dst < −850 nT)
Berechnung anzeigen
Riley (2012) schätzte eine Wahrscheinlichkeit von ~12 % pro Jahrzehnt für einen geomagnetischen Sturm der Carrington-Klasse (Dst < −850 nT), basierend auf Potenzgesetz-Extrapolation aus über 50 Jahren Weltraumwetteraufzeichnungen. Umgerechnet in eine jährliche Wahrscheinlichkeit: 1 − (1 − 0,12)^(1/10) ≈ 0,01268/Jahr. Aufaddiert über 59 verbleibende Erwachsenenjahre: 1 − (1 − 0,01268)⁵⁹ ≈ 0,531. Love (2012) schätzte unter Verwendung von Poisson-Modellierung rund 6,3 % pro Jahrzehnt, was eine Lebenszeitwahrscheinlichkeit von ~0,31 ergäbe. Das breite Unsicherheitsband spiegelt diese methodische Uneinigkeit wider. Wichtig: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Sturm die Erde erreicht, nicht die Wahrscheinlichkeit des individuellen Todes — ein Ereignis der Carrington-Klasse würde in erster Linie die elektrische Infrastruktur zerstören, wobei die indirekte Sterblichkeit durch Netzzusammenbruch, Lieferkettenausfall und Verlust medizinischer Systeme höchst ungewiss und von der gesellschaftlichen Widerstandsfähigkeit abhängig ist.
Einschränkungen: Die Schlagzeilen-Wahrscheinlichkeit (~53,1 % im Laufe des Lebens) beschreibt die…
Die Schlagzeilen-Wahrscheinlichkeit (~53,1 % im Laufe des Lebens) beschreibt die Chance, dass ein geomagnetischer Sturm der Carrington-Klasse die Erde erreicht, nicht die Chance, in einem zu sterben. Beim Carrington-Ereignis von 1859 starb niemand, weil das Stromnetz noch nicht existierte. Ein modernes Wiederauftreten würde in erster Linie Hochspannungstransformatoren beschädigen, mit Ersatzlieferzeiten von 5–12 Monaten. Indirekte Sterblichkeit — durch Stromausfall in Krankenhäusern, Ausfall der Wasseraufbereitung, Zusammenbruch der Lieferkette — ist höchst spekulativ und hängt von der Netzhärtung, der Notfallvorsorge und der Sturmbreite ab. Die methodische Uneinigkeit zwischen Riley (12 %/Jahrzehnt) und Love (6,3 %/Jahrzehnt) stellt echte Unsicherheit über den Rand der Dst-Verteilung dar, keinen Messfehler. Beide Schätzungen stützen sich auf weniger als 200 Jahre magnetischer Observatoriumsdaten, die auf Ereignisse mit Wiederkehrperioden von Jahrhunderten extrapoliert werden.
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Pete Riley’s 2012 analysis in Space Weather delivered a number that startled even its author: roughly a 12% chance per decade that a Carrington-class geomagnetic storm (Dst below −850 nT) will strike Earth. Compounded over an adult lifetime, that translates to about a 1 in 1.9 chance — a coin-flip probability for an event most people have never heard of. The estimate derives from power-law extrapolation of five decades of space weather records. Love (2012), using Poisson statistics on the same Dst data, arrived at a lower but still sobering ~6.3% per decade. The methodological disagreement reflects genuine uncertainty about how to model the extreme tail of a distribution built from fewer than 200 years of magnetic observations.
The near-miss of July 2012 demonstrated that Carrington-class events are not relics of the 19th century. A coronal mass ejection at least as powerful as the 1859 event — Baker et al. estimated its Dst would have reached −1,200 nT — crossed Earth’s orbital path roughly one week after our planet had moved through that region of space. Had the timing differed by days, the modern electrical grid would have faced its first real test against extreme space weather. Lloyd’s of London modeled the scenario and estimated $0.6–2.6 trillion in economic damage to North America alone, with 20–40 million people facing power outages lasting weeks to years.
The critical distinction is between the storm arriving and the storm killing. Nobody died in 1859 because telegraph lines were the most complex electrical infrastructure in existence. A modern Carrington event would fry high-voltage transformers — custom-built components with 5–12-month replacement lead times — but whether that translates to mass casualties depends on grid hardening, emergency generator reserves, and government response. The probability of the storm itself is surprisingly high; the probability of catastrophic human consequence is genuine but deeply uncertain, contingent on infrastructure decisions that remain largely unaddressed.
Verwandte Fakten
Ein geomagnetischer Sturm der Carrington-Klasse hat eine Wahrscheinlichkeit von etwa ~12% pro Jahrzehnt, was sich auf rund ~1 zu 1,9 im Leben aufsummiert. Die meisten Menschen haben kein mentales Modell dafür, und wer eines hat, hält es meist für vernachlässigbar.
Quellenregister
Jede Zahl unten ist das, was die jeweilige Quelle berichtet hat — mit dem wörtlichen Zitat, auf das wir uns stützen, und wie wir zu unserer Zahl gelangt sind. Klicke auf einen Link, um direkt zu prüfen.
2/3 Quellen unabhängig wortwörtlich mit der zitierten Quelle abgeglichen
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[1] Space Weather (American Geophysical Union) — Pete Riley — On the probability of occurrence of extreme space weather events
On the probability of occurrence of extreme space weather events- Statistik
~12% probability per decade for a Carrington-class event (Dst < −850 nT)- Auszug
“"We estimate the probability of another Carrington event occurring within the next decade to be ~12%... Initially, I was quite surprised that the odds were so high, but the statistics appear to be correct." ”
- Quelldaten von
- 2012-02-29
- Abgerufen
- 2026-04-18 · archivierte Kopie
- Berechnung
- Riley analyzed several measures of space weather severity (flare intensity, CME speed, Dst index, >30 MeV proton fluences) and showed frequency scales as an inverse power law of severity. For Dst < −850 nT (Carrington-class): ~12%/decade → annual rate ≈ 0.01268. Over 59 years: 1 − (1 − 0.01268)⁵⁹ ≈ 0.531. Love (2012) independently estimated ~6.3%/decade using Poisson statistics on the same Dst record, yielding ~0.31 lifetime. The midpoint of these two estimates is ~0.42; we use Riley's headline figure as the central estimate given its wider citation, with the uncertainty band encompassing Love's lower bound.
- Unabhängigkeit
- Riley's power-law analysis and Love's Poisson analysis use the same underlying Dst record but independent statistical methodologies.
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[2] NASA Science — Near Miss: The Solar Superstorm of July 2012 Verifiziert
Near Miss: The Solar Superstorm of July 2012- Statistik
July 2012 CME was Carrington-class and missed Earth by approximately one week of orbital position- Auszug
“"If the eruption had occurred only one week earlier, Earth would have been in the line of fire... Analysts believe that a direct hit could cause widespread power blackouts, disabling everything that plugs into a wall socket." ”
- Quelldaten von
- 2014-07-23
- Abgerufen
- 2026-04-18 · archivierte Kopie
- Verifizierung
- Der Auszug wurde bei unserer Grounding-Prüfung unabhängig erneut abgerufen und Wort für Wort mit der zitierten Quelle abgeglichen.
- Berechnung
- The July 2012 near-miss provides empirical validation that Carrington-class CMEs occur in the modern era. Baker et al. (2013) analyzed the event and estimated its Dst would have reached −1,200 nT had it struck Earth, exceeding the 1859 Carrington event. This data point is consistent with Riley's 12%/decade frequency estimate. No additional numerical derivation needed; this source provides real-world calibration.
- Unabhängigkeit
- NASA's observation of the July 2012 CME is an independent empirical measurement, not derived from the statistical models of Riley or Love.
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[3] Lloyd's of London / Atmospheric and Environmental Research — Solar Storm Risk to the North American Electric Grid Verifiziert
Solar Storm Risk to the North American Electric Grid- Statistik
Economic cost of a Carrington-class storm to North America: $0.6–2.6 trillion; 20–40 million people without power for 16 days to 1–2 years- Auszug
“"Total US economic cost for such extreme scenarios ranges from $0.6 to $2.6 trillion... The total population at risk of extended power outage from a Carrington-level storm is between 20 and 40 million, with durations of 16 days to 1-2 years." ”
- Quelldaten von
- 2013-06-01
- Abgerufen
- 2026-04-18 · archivierte Kopie
- Verifizierung
- Der Auszug wurde bei unserer Grounding-Prüfung unabhängig erneut abgerufen und Wort für Wort mit der zitierten Quelle abgeglichen.
- Berechnung
- Lloyd's modeled the impact of a Carrington-class geomagnetic storm on the North American power grid using geomagnetically induced current (GIC) simulations. The $0.6–2.6 trillion range reflects different storm intensities and transformer vulnerability assumptions. This is an economic impact estimate, not a probability source; it contextualizes the consequence side of the risk equation.
- Unabhängigkeit
- Lloyd's analysis was conducted by Atmospheric and Environmental Research (AER) using GIC modeling independent of Riley's probability estimates.







