Evidenzqualität 4.75/5
Bewertungsergebnis nach acht Dimensionen gemäß der Qualitätsrubrik . Jede Dimension wird mit 1–5 bewertet.
- D1 Quellenverankerung
- 5/5
- D2 Quellenautorität
- 5/5
- D3 Arithmetik
- 5/5
- D4 Unsicherheit
- 4/5
- D5 Geltungsbereich
- 5/5
- D6 Prosa
- 5/5
- D7 Ehrlichkeit zur Wahrnehmung
- 4/5
- D8 Vollständigkeit der Einschränkungen
- 5/5
≈ Genauso wahrscheinlich wie
Wahrgenommen
»Schwimmende Petrischale« ist ein verlässliches Stück Reisejournalismus, das jeden Januar zum Höhepunkt der Kreuzfahrtsaison wieder auftaucht. Die Erzählung ist anschaulich — Tausende Passagiere in einem in sich geschlossenen Schiff eingesperrt, die Speisesäle und Handläufe teilen, manchmal tagelang auf See festsitzend, nachdem sich Krankheit ausgebreitet hat. Die Medienberichterstattung über aufsehenerregende Ausbrüche (Queen Mary 2, Celebrity-Kreuzfahrtlinien, Royal-Caribbean-Schiffe) verstärkt den Eindruck, dass Norovirus fast ein Standardmerkmal der Kreuzfahrt ist statt eines gelegentlichen Ereignisses. Keine rigorose Umfrage fragt Amerikaner speziell nach der Angst vor Krankheiten auf Kreuzfahrten, aber Branchenumfragen deuten darauf hin, dass ein bedeutender Anteil der Kreuzfahrt-Vermeider Krankheitssorgen anführt. Die Angst geht in die richtige Richtung, ist aber um Größenordnungen größer, als die Daten stützen.
Grobe Schätzung: Die meisten potenziellen Kreuzfahrer glauben, dass Krankheitsausbrüche häufig sind — eine oft von der Branche zitierte Zahl besagt, dass 53 % der Amerikaner, die Kreuzfahrten meiden, Krankheits- oder Erkrankungssorgen anführen
Quelle: redaktionelle Einschätzung, nicht erhoben
Tatsächlich
~42 von 10.000 Fahrten haben einen CDC-meldepflichtigen Gastroenteritis-Ausbruch (≥3 % der Passagiere erkrankt)
Alle Kreuzfahrtschiff-Fahrten unter CDC-VSP-Zuständigkeit, 2006-2019 (MIDRS-Datensatz, n=37.258 AGE-Überwachungsberichte)
Berechnung anzeigen
Das Maritime Illness Database and Reporting System (MIDRS) der CDC verzeichnete 156 meldepflichtige Ausbrüche unter 37.258 AGE-Überwachungsberichten von 252 Kreuzfahrtschiffen über den Zeitraum 2006-2019: eine Ausbruchsrate pro Fahrt von 0,418 %, gerundet auf ~42 von 10.000. Ein CDC-meldepflichtiger Ausbruch erfordert, dass ≥3 % der Passagiere oder der Besatzung akute Gastroenteritis-Symptome dem Schiffsmedizinpersonal melden — ein Schwellenwert, der darauf ausgelegt ist, echte Ausbrüche statt üblicher Magen-Darm-Beschwerden zu erfassen. Für jemanden, der über ein Leben hinweg 10 Kreuzfahrten unternimmt, beträgt die Wahrscheinlichkeit, an Bord mindestens einer Ausbruchsfahrt zu sein, 1 − (1 − 0,0042)^10 ≈ 4,1 %. Dies ist die Wahrscheinlichkeit, während eines meldepflichtigen Ausbruchs an Bord des Schiffes zu sein, nicht die Wahrscheinlichkeit, selbst zu erkranken: Innerhalb einer Ausbruchsfahrt beträgt die typische Erkrankungsrate der Passagiere ~7 % (Metaanalyse von 45 Ausbrüchen, Simou et al. 2024), sodass die Pro-Fahrt-Wahrscheinlichkeit, in einem meldepflichtigen Ausbruch selbst zu erkranken, rund 0,42 % × 7 % ≈ 0,03 % beträgt. Über 59 Jahre beträgt die gesamte US-Kreuzfahrtexposition pro Erwachsenem (gemittelt über alle US-Erwachsenen, von denen die meisten selten oder nie eine Kreuzfahrt machen) ~1-2 Fahrten, was der allgemeinen US-erwachsenen Bevölkerung eine Lebenszeitwahrscheinlichkeit von ~0,5-1,0 % gibt, an Bord einer Ausbruchsfahrt zu sein.
Einschränkungen: Die Zahl von 0,42 % pro Fahrt zählt nur CDC-meldepflichtige Ausbrüche — jene, be…
Die Zahl von 0,42 % pro Fahrt zählt nur CDC-meldepflichtige Ausbrüche — jene, bei denen ≥3 % der Passagiere dem Schiffsmedizinpersonal Magen-Darm-Symptome melden. Dieser Schwellenwert ist darauf ausgelegt, echte Ausbrüche statt üblicher Beschwerderaten zu erkennen; er schließt die weit größere Zahl einzelner Magen-Darm-Erkrankungen aus, die nicht zu meldepflichtigen Ereignissen eskalieren. Die breitere Zahl »jegliche Magen-Darm-Erkrankung eines Passagiers pro Fahrt« aus MMWR 2016 beträgt 0,18 % aller Passagiere, was bedeutet, dass bei rund 1 zu 50 Fahrten mindestens ein Passagier Magen-Darm-Symptome meldet — eine bedeutend höhere Last als die reine Ausbruchskennzahl. Die Überwachungsdaten decken Schiffe ab, die US-Häfen anlaufen und an das CDC VSP melden; Schiffe, die ausschließlich unter Nicht-US-Flaggen mit anderen Meldestandards operieren, werden nicht erfasst. Die Ausbruchsraten gingen von 2006 bis 2019 zurück (die Raten pro 100.000 Reisetage fielen um fast die Hälfte), was auf verbesserte Bordhygiene hindeutet. Die Lebenszeitzahl ist aktivitätsspezifisch: Sie gilt für Menschen, die Kreuzfahrten machen, nicht für die allgemeine US-erwachsene Bevölkerung.
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The CDC Vessel Sanitation Program tracked 156 reportable gastroenteritis outbreaks across 37,258 cruise ship voyages between 2006 and 2019 — a per-voyage outbreak rate of about 0.42%, or roughly 1 in 238 voyages. A reportable outbreak requires at least 3% of passengers to report acute gastrointestinal symptoms to the ship’s medical staff; the threshold exists to distinguish true outbreaks from background noise. Norovirus caused more than 90% of outbreaks with a confirmed pathogen. The “floating petri dish” narrative captures something real, but the rate at which it materialises into a CDC-reportable event is considerably lower than most prospective cruisers estimate.
When an outbreak does occur, a meta-analysis of 45 outbreaks spanning 1990 to 2020 (Simou et al. 2024) put the weighted average passenger attack rate at 7% — meaning that during an outbreak voyage, about 1 in 14 passengers becomes clinically ill. Combining the per-voyage outbreak probability (0.42%) with the within-outbreak personal illness probability (7%) gives a per-voyage personal illness risk of roughly 0.03% from a reportable norovirus outbreak. For someone who takes 10 cruises across a lifetime, the probability of being on at least one outbreak voyage is about 4.1%; the probability of personally becoming sick in a reportable outbreak over those 10 voyages is closer to 0.3%. Both are non-trivial but far below the impression created by intermittent disaster coverage.
Surveillance rates did improve over the study period: GI illness rates per 100,000 travel-days fell from 32.5 in 2006 to 16.9 in 2019, according to the CDC Yellow Book, reflecting improvements in onboard sanitation, enhanced environmental cleaning protocols, and the Vessel Sanitation Program’s inspection regime. That downward trend is not automatic: shipboard gastroenteritis requires active suppression rather than passive improvement. The practical implication is that handwashing compliance among both passengers and crew is the dominant modifiable variable, not the vessel itself.
Verwandte Fakten
Ein aktiver Kreuzfahrtgast hat etwa eine Chance von 1 zu 24, in zehn Reisen einen meldepflichtigen Norovirus-Ausbruch mitzuerleben. Die Schlagzeile von der „schwimmenden Petrischale“ liegt um Größenordnungen über der tatsächlichen Rate pro Reise.
Quellenregister
Jede Zahl unten ist das, was die jeweilige Quelle berichtet hat — mit dem wörtlichen Zitat, auf das wir uns stützen, und wie wir zu unserer Zahl gelangt sind. Klicke auf einen Link, um direkt zu prüfen.
2/5 Quellen unabhängig wortwörtlich mit der zitierten Quelle abgeglichen
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[1] Centers for Disease Control and Prevention (MIDRS surveillance report) — Acute Gastroenteritis on Cruise Ships — Maritime Illness Database and Reporting System, United States, 2006–2019
Acute Gastroenteritis on Cruise Ships — Maritime Illness Database and Reporting System, United States, 2006–2019- Statistik
156 passenger outbreaks in 37,258 AGE surveillance reports from 252 cruise ships (0.42% per voyage); ~90% of outbreaks with known causative agents involved noroviruses- Auszug
“"During 2006–2019, a total of 37,258 AGE surveillance reports were obtained from 252 cruise ships arriving at U.S. ports... During 2006–2019, VSP investigated 156 outbreaks among passengers and 16 outbreaks among crew... approximately 90% of cruise ship outbreaks with known causative agents involved noroviruses." ”
- Quelldaten von
- 2021-09-01
- Abgerufen
- 2026-05-09 · archivierte Kopie
- Berechnung
- 156 outbreaks / 37,258 AGE surveillance reports = 0.4187% per voyage. Rounded to 0.42% (42 per 10,000) for the native numerator. MIDRS is the definitive longitudinal dataset for CDC-jurisdiction cruise ship illness surveillance; it is larger and more comprehensive than the earlier MMWR 2016 dataset (which covered 2008-2014 only).
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[2] CDC Morbidity and Mortality Weekly Report, January 8, 2016, Vol. 65, No. 1 — Acute Gastroenteritis on Cruise Ships — United States, 2008–2014
Acute Gastroenteritis on Cruise Ships — United States, 2008–2014- Statistik
133 outbreaks in 29,107 voyages (0.46% per voyage); 73,599,005 total passengers; 129,678 reported GI cases (0.18% of passengers)- Auszug
“"Among 73,599,005 passengers on cruise ships during 2008–2014, a total of 129,678 (0.18%) cases of acute gastroenteritis were reported... Of 29,107 voyages with submitted AGE reports, 133 (0.46%) had outbreaks... Norovirus caused 92 (96.8%) of the 95 laboratory-confirmed GI outbreaks." ”
- Quelldaten von
- 2016-01-08
- Abgerufen
- 2026-05-09 · archivierte Kopie
- Berechnung
- The MMWR 2016 dataset (2008-2014) gives 0.46% per voyage vs. the MIDRS (2006-2019) 0.42%. The rates are consistent; we use the larger MIDRS dataset as primary. The 0.18% of all passengers experiencing any GI illness per voyage — not just in outbreak voyages — represents the broader background illness rate that is two to three times higher than the outbreak-only figure.
- Unabhängigkeit
- MMWR 2016 is an earlier CDC publication drawing on the same VSP surveillance system as MIDRS. The two datasets partially overlap (2008-2014) but cover different time windows and use the same outbreak definition. They are corroborating rather than independent estimates.
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[3] Centers for Disease Control and Prevention, Travelers' Health Yellow Book — Cruise Ship Travel — CDC Yellow Book 2024 Verifiziert
Cruise Ship Travel — CDC Yellow Book 2024- Statistik
Rates of GI illness fell from 32.5 to 16.9 per 100,000 travel days (2006-2019); average of 12 norovirus outbreaks annually on US-port cruise ships (2006-2019)- Auszug
“"During 2006–2019, rates of GI illness among passengers on voyages lasting 3–21 days fell from 32.5 to 16.9 cases per 100,000 travel days... On cruise ships, >90% of GI illness outbreaks with a confirmed cause are due to norovirus... between 2006–2019, an average of 12 norovirus outbreaks occurred annually on international cruise ships using U.S. ports." ”
- Quelldaten von
- 2024-05-01
- Abgerufen
- 2026-05-09 · archivierte Kopie
- Verifizierung
- Der Auszug wurde bei unserer Grounding-Prüfung unabhängig erneut abgerufen und Wort für Wort mit der zitierten Quelle abgeglichen.
- Berechnung
- The 16.9 per 100,000 travel-days figure (2019, most recent available) translates to roughly 0.12% of passengers per 7-day voyage experiencing any GI symptoms reported to medical staff. This is lower than the overall 0.18% figure because rates trended downward over the surveillance period. The Yellow Book is the primary clinical reference for US travel medicine practitioners advising cruise passengers.
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[4] Eurosurveillance, Vol. 22, Issue 45, 2017 — Mouchtouri, Verykouki, Zamfir, Hadjipetris, Lewis, Hadjichristodoulou — Gastroenteritis outbreaks on cruise ships: contributing factors and thresholds for early outbreak detection
Gastroenteritis outbreaks on cruise ships: contributing factors and thresholds for early outbreak detection- Statistik
9 outbreaks in 760 cruises (1.18%) on 5 European ships; attack rate 23.9% in outbreak vs 1.4% in non-outbreak voyages; overall incidence 2.81 per 10,000 traveller-days- Auszug
“"The overall incidence rate of AG was 2.81 cases per 10,000 traveller-days (95% CI: 0.00–17.60)... nine outbreaks of AG occurred... in 760 cruises; 1.18%... The attack rate was 14.05 (95% CI: 0.00–55.08) per 10,000 travellers for non-outbreak cruises and 238.80 (95% CI: 0.00–738.70) per 10,000 travellers for outbreak cruises." ”
- Quelldaten von
- 2017-11-09
- Abgerufen
- 2026-05-09 · archivierte Kopie
- Berechnung
- This European fleet dataset uses a lower outbreak threshold than the CDC's 3% rule and covers only 5 ships, so its 1.18% outbreak rate is not directly comparable to the CDC's 0.42-0.46%. It is included as a peer-reviewed independent corroboration of the per-voyage outbreak order of magnitude. The 2.81 per 10,000 traveller-days incidence rate translates to roughly 0.20% of passengers experiencing GI illness per 7-day voyage, close to the CDC's 0.18% all-passengers figure.
- Unabhängigkeit
- Mouchtouri et al. use European cruise fleet data with ship-level surveillance reporting, independent of the US CDC VSP system. The methods and fleet are distinct, making this a genuine independent corroboration.
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[5] Eurosurveillance, 2024 — Simou et al. — Systematic literature review and meta-analysis on preventing and controlling norovirus outbreaks on cruise ships, 1990 to 2020 Verifiziert
Systematic literature review and meta-analysis on preventing and controlling norovirus outbreaks on cruise ships, 1990 to 2020- Statistik
45 outbreaks on 26 cruise ships (1990-2020); weighted average passenger attack rate 7% (95% CI 5-9%); crew attack rate 2%- Auszug
“"weighted average of prevalence (attack rate) for passengers of 7% (95% CI: 5.00–9.00)... Data from 45 outbreaks on 26 cruise ships from 1990 to 2020 were identified... Attack rates increased as the length of the cruise voyage increased, ranging from 3.57% for cruises under 7 days to 7.36% for 7–10 days and 10.59% for cruises 11+ days (Table 2)." ”
- Quelldaten von
- 2024-03-01
- Abgerufen
- 2026-05-09 · archivierte Kopie
- Verifizierung
- Der Auszug wurde bei unserer Grounding-Prüfung unabhängig erneut abgerufen und Wort für Wort mit der zitierten Quelle abgeglichen.
- Berechnung
- The 7% weighted average attack rate within outbreak voyages is the multiplier used to convert per-voyage outbreak probability (0.42%) into per-voyage personal illness probability (0.42% × 7% ≈ 0.03%). This is the primary source for the within-outbreak attack rate; it synthesizes 45 outbreaks spanning 30 years and is independent of the CDC VSP surveillance pipeline.







