Evidenzqualität 4.63/5
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- D5 Geltungsbereich
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Wahrgenommen
Die Finanzkrise von 2008 hinterließ einen tiefen Eindruck in der amerikanischen Risikowahrnehmung. Eine Umfrage von Clever Real Estate aus dem Jahr 2024 ergab, dass 70 % der Amerikaner einen bevorstehenden Immobilienmarktabsturz befürchten, und Gallup-Umfragen zeigen durchweg, dass etwa sieben von zehn Erwachsenen den Zeitpunkt für einen »ungünstigen Zeitpunkt für den Hauskauf« halten. Die Verfügbarkeitsheuristik leistet hier Schwerstarbeit: Der Zusammenbruch von 2008 war die am meisten im Fernsehen übertragene Finanzkatastrophe der Geschichte, und er prägte das Modell einer ganzen Generation davon, wie sich Immobilienmärkte verhalten. Die meisten Menschen behandeln, wenn man sie fragt, einen nationalen Preisrückgang von >20 % als etwa einmal pro Jahrzehnt auftretendes Ereignis. Die tatsächliche Häufigkeit liegt näher bei einmal alle 30-50 Jahre.
Grobe Schätzung: die meisten Menschen behandeln einen großen Absturz als ein einmal pro Jahrzehnt auftretendes Ereignis
Quelle: Clever Real Estate (2024) — 70% of Americans Fear an Imminent Housing Market Crash
Tatsächlich
~23 % der mit Hypotheken belasteten Häuser standen auf dem Höhepunkt unter Wasser (Q1 2012, USA)
US-Hausbesitzer mit Hypothek während des schlimmsten modernen Absturzes
Berechnung anzeigen
Die Wahrscheinlichkeit kombiniert zwei Komponenten: (1) die Häufigkeit großer nationaler Immobilienabstürze (Rückgang >20 %) und (2) den Anteil der Hausbesitzer, die während eines solchen Ereignisses tatsächlich erhebliches Eigenkapital verlieren. Die USA haben im vergangenen Jahrhundert rund 3 nationale Immobilienpreisrückgänge >20 % erlebt (1929-33, in realer Rechnung wohl 1989-97 und 2006-12). Über ein 59-jähriges Erwachsenenleben hat ein Hausbesitzer, der ~30 Jahre lang besitzt, eine Wahrscheinlichkeit von rund 60-70 %, mindestens ein solches Ereignis zu durchleben. Während des Absturzes 2006-12 (des schlimmsten seit 80 Jahren) standen etwa 23 % der mit Hypotheken belasteten Immobilien unter Wasser (CoreLogic Q1 2012). Doch die meisten Hausbesitzer, die vor der Blase kauften oder erhebliches Eigenkapital hatten, wurden nicht ausgelöscht. Kombiniert man die Wahrscheinlichkeit von ~65 %, einen großen Absturz zu erleben, mit der bedingten Wahrscheinlichkeit von ~20-25 % einer Eigenkapitalvernichtung während eines solchen Ereignisses, ergibt sich rund 0,13-0,16. Strukturreformen seit 2008 (qualified mortgage rules, höhere Kreditvergabestandards, Stresstests) senken jedoch die prospektive Wahrscheinlichkeit. Die zentrale Schätzung von 0,12 spiegelt eine moderate Abwärtsanpassung für regulatorische Änderungen nach der Finanzkrise wider. Das breite Unsicherheitsband (0,05-0,25) spiegelt echte Uneinigkeit darüber wider, ob ein Ereignis von der Größenordnung 2008 unter den aktuellen Vorschriften erneut auftreten kann.
Einschränkungen: Die Lebenszeit-Schätzung von 12 % ist wirklich unsicher, weil sie von der Häufig…
Die Lebenszeit-Schätzung von 12 % ist wirklich unsicher, weil sie von der Häufigkeit von Tail-Ereignissen abhängt, für die wir in der US-Geschichte nur 2-3 Datenpunkte haben. Die Berechnung behandelt die Finanzkrise von 2008 als repräsentativ für einen »großen Absturz«, doch es war wohl ein Ereignis, das einmal pro Jahrhundert auftritt und von spezifischen institutionellen Versagen getrieben wurde (Subprime-Verbriefung, Rating-Betrug, übermäßige Hebelwirkung). Reformen nach der Krise — qualified mortgage rules, Stresstests, höhere Kapitalanforderungen — wurden gezielt entworfen, um eine Wiederholung zu verhindern. Wenn diese Reformen halten, liegt die wahre Wahrscheinlichkeit näher am unteren Ende des Unsicherheitsbands. Wenn sie erodieren oder neue Fragilitäten auftreten, gilt das obere Ende. Die Zahl fasst zudem alle Hausbesitzer zusammen; ein Mieter hat null Exposition, und ein Hausbesitzer mit 50 % Eigenkapital und einer festverzinslichen Hypothek in einem stabilen Markt hat selbst während eines schweren Absturzes nahezu null Exposition. Eine Nicht-Absturz-Ausnahme ist im Neubaumarkt 2022-2024 aufgetreten: Große Hausbauer (Lennar, D.R. Horton) bewarben unter dem Marktniveau liegende Hypothekenzinsen, die durch Aufblähen des Verkaufspreises finanziert wurden, sodass Käufer mit kleinen FHA-Anzahlungen am Tag des Abschlusses unter Wasser stehen konnten, ohne dass ein marktweiter Rückgang nötig war. Die Analyse des WSJ (John Comiskey / Reverse Engineering Finance) fand, dass 27 % der Lennar-Mortgage- und 18 % der DHI-Mortgage-FHA-Kredite mit Ursprung 2022-2024 bereits unter Wasser stehen; der Mortgage Monitor von ICE Mortgage Technology vom November 2025 bezifferte FHA-Kredite des Jahrgangs 2024 mit 13 % unter Wasser gegenüber einer nationalen Negativeigenkapitalquote von 1,6 %. Das AEI Housing Center schätzt, dass diese dauerhaften Zinsherabsetzungen den 21 größten Bauherren erlaubten, eine Preissenkung von 10-12 % zu vermeiden. Dies ist idiosynkratisches Negativeigenkapital zum Kaufzeitpunkt und nicht der systemische Absturz, den die Schlagzeilenzahl dieses Eintrags misst.
Wie das Risiko variiert
Die Hauptzahl mittelt über sehr unterschiedliche Situationen. So variiert die Wahrscheinlichkeit nach Szenario oder Kontext:
1 zu 8,3 · 12%
Central estimate; assumes ~30-year ownership and one major crash per adult lifetime
1 zu 3,3 · 30%
During 2006-12: 48-61% underwater in these metros. Higher frequency of regional booms/busts.
1 zu 25 · 4,0%
Markets like Pittsburgh, Buffalo, Indianapolis saw <10% declines even in 2008; less volatile historically
Balkenlänge und Schattierung ordnen diese Szenarien untereinander ein, nicht gegenüber anderen Risiken. Die genauen Wahrscheinlichkeiten stehen jeweils daneben.
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The US has experienced roughly three national-level housing price declines exceeding 20% in the past century: the Great Depression (1929-33, when prices fell an estimated 26-38%), and the 2006-12 financial crisis (when the S&P/Case-Shiller National Index fell approximately 27% peak to trough). The early-1990s downturn was largely regional, concentrated in coastal metros, with national real prices declining about 14% over eight years. During the worst modern crash, CoreLogic reported that 23% of mortgaged US homes were underwater at the peak of negative equity in early 2012, with staggering regional variation: 61% in Nevada, 48% in Arizona, but single digits in stable Midwest markets. Combining the frequency of major crashes (~2-3 per century) with the conditional probability of equity destruction during one yields a lifetime estimate of roughly 1 in 8 for a typical US adult homeowner.
The perception gap here is instructive. A Clever Real Estate survey found 70% of Americans fear an imminent housing crash, and Gallup consistently reports that roughly seven in ten adults consider it a bad time to buy. The 2008 collapse was so vivid and so widely covered that it anchored an entire generation’s mental model of what housing markets do. But national crashes of that magnitude are among the rarest economic events in the data — roughly one every 30-50 years. The 1990s “crash” was not national. The 1930s crash required a depression. The 2008 crash required a specific confluence of subprime lending, securitization fraud, and systemic leverage that current regulations (qualified mortgage rules, Dodd-Frank stress testing, higher capital requirements) were explicitly designed to prevent. Regional declines of 10-20% are more frequent but far less destructive to homeowners with reasonable equity.
Where the number matters most: leverage. A homeowner who bought at the 2006 peak with a 3% down payment on an adjustable-rate mortgage in Las Vegas was almost certain to go underwater. A homeowner who bought in 2001 with 20% down on a fixed-rate mortgage in Pittsburgh was almost certainly fine, even at the bottom. The median US household holds roughly two-thirds of its net worth in home equity (Federal Reserve SCF 2022), which means a housing crash hits the middle class disproportionately hard compared to wealthier households diversified into equities and private business. The national recovery took about ten years: the Case-Shiller National Index did not regain its 2006 peak until late 2016. Some individual metros took longer. The lifetime probability of equity wipeout is real but heavily concentrated among leveraged buyers in speculative markets who purchase near the peak of a cycle.
Verwandte Fakten
Etwa 7% der US-Hypotheken enden im Leben in Zwangsvollstreckung. Eine Immobilienkrise wie 2008 hat ~12% Lebenszeit-Wahrscheinlichkeit. Die Zwangsvollstreckungsangst uebersteigt die Grundrate, selbst in Abschwuengen.
Wenn du eine ganze Karriere investierst, ist ein grosser Boersencrash fast sicher (~99%). Ein Immobiliencrash wie 2008 hat ~12% Lebenszeit-Wahrscheinlichkeit. Einer ist unvermeidlich; der andere ist ungewoehnlich.
Quellenregister
Jede Zahl unten ist das, was die jeweilige Quelle berichtet hat — mit dem wörtlichen Zitat, auf das wir uns stützen, und wie wir zu unserer Zahl gelangt sind. Klicke auf einen Link, um direkt zu prüfen.
1/3 Quellen unabhängig wortwörtlich mit der zitierten Quelle abgeglichen
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[1] Federal Reserve Bank of St. Louis (FRED) — S&P CoreLogic Case-Shiller U.S. National Home Price Index (CSUSHPINSA)
S&P CoreLogic Case-Shiller U.S. National Home Price Index (CSUSHPINSA)- Statistik
The S&P/Case-Shiller U.S. National Home Price Index declined approximately 27% from its peak in Q1 2006 to its trough in Q1 2012; the 10-city composite fell ~35%.- Auszug
“"The S&P CoreLogic Case-Shiller U.S. National Home Price Index measures the value of the residential real estate market by tracking changes in the value of residential real estate both nationally and in 20 metropolitan regions." ”
- Quelldaten von
- 2025-12-31
- Abgerufen
- 2026-04-19 · archivierte Kopie
- Berechnung
- The Case-Shiller National Home Price NSA Index peaked at approximately 184.6 in Q2 2006 and troughed at approximately 134 in Q1 2012, a decline of roughly 27%. The 10-city and 20-city composites, which overweight bubble metros, fell further (~33-35%). Individual metros saw even larger declines: Las Vegas -55%, Phoenix -51%, Miami -47%. This is the definitive long-run US home price series, used as the foundation for the frequency-of-crashes calculation. Over the index's history (1987-present) plus pre-index academic reconstructions, roughly 3 national >20% declines have occurred in 100 years.
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[2] CoreLogic (via PR Newswire) — CoreLogic Reports Negative Equity Increase in Q4 2011 Verifiziert
CoreLogic Reports Negative Equity Increase in Q4 2011- Statistik
11.1 million mortgaged residential properties (22.8%) were in negative equity at end of Q4 2011.- Auszug
“"11.1 million, or 22.8 percent, of all residential properties with a mortgage were in negative equity at the end of the fourth quarter of 2011. Nevada had the highest negative equity percentage with 61 percent of all of its mortgaged properties underwater, followed by Arizona (48 percent), Florida (44 percent)." ”
- Quelldaten von
- 2012-03-01
- Abgerufen
- 2026-04-19 · archivierte Kopie
- Verifizierung
- Der Auszug wurde bei unserer Grounding-Prüfung unabhängig erneut abgerufen und Wort für Wort mit der zitierten Quelle abgeglichen.
- Berechnung
- CoreLogic's negative equity report provides the conditional probability: given that a major national crash occurs, what share of mortgaged homeowners actually lose their equity? The answer at peak was ~23-24% nationally, with enormous regional variation (61% in Nevada vs single digits in stable markets). This is the key input for converting "crash frequency" into "personal equity loss probability." The lifetime estimate multiplies crash frequency (~65% chance of experiencing one in a 30-year ownership span) by conditional equity-loss probability (~20-25%), giving ~12-16%.
- Unabhängigkeit
- CoreLogic's property-level data is independent of the Case-Shiller index methodology. Case-Shiller measures price changes via repeat sales; CoreLogic compares current estimated value to outstanding mortgage balance. They measure different things and draw from different data pipelines.
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[3] Board of Governors of the Federal Reserve System — Changes in U.S. Family Finances from 2019 to 2022: Evidence from the Survey of Consumer Finances
Changes in U.S. Family Finances from 2019 to 2022: Evidence from the Survey of Consumer Finances- Statistik
Primary residence equity constitutes roughly two-thirds of wealth for the median US household; median net worth rose 37% from 2019 to 2022, largely driven by home equity gains.- Auszug
“"The typical household is far more concentrated in home equity and retirement savings, with limited exposure to stocks or private business ownership. From 2019 to 2022, public equities and home equity grew as a share of the average household balance sheet." ”
- Quelldaten von
- 2023-10-01
- Abgerufen
- 2026-04-19 · archivierte Kopie
- Berechnung
- The Fed SCF establishes why housing crashes matter disproportionately: for the median household, home equity IS wealth. A 27% national price decline translates to a much larger percentage loss of net worth for leveraged homeowners because housing is typically 65-70% of total household wealth at the median. This amplification effect is why housing crashes feel catastrophic even when the absolute price decline is moderate compared to equity market drawdowns.
- Unabhängigkeit
- The SCF is a triennial household survey conducted by the Federal Reserve, entirely independent of both the Case-Shiller price index and CoreLogic's property-level data.







